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Frankfurter Glanzgold

Eine glänzende Idee

Das feuerfeste Glanzgold hatte im Produktportfolio der Deutschen Gold- und Silber-Scheideanstalt, ab 1980 Degussa AG und Vorläuferin des heutigen Geschäftsfeldes Chemie von Evonik, stets einen besonderen Platz eingenommen. Denn es war das erste selbstentwickelte Erzeugnis des Unternehmens überhaupt, und sein kommerzieller Erfolg gegen Ende des 19. Jahrhunderts trug wesentlich zu dem wirtschaftlichen Aufstieg der Scheideanstalt bei.

Porzellan-Dekor mit Frankfurter Glanzgold

Das Glanzgold der Degussa diente als Dekor für Porzellan, Keramik und Glas. Der wesentliche Vorteil, der das Produkt vor allen anderen auszeichnete und seinen Verkaufserfolg ermöglichte, war die Feuerfestigkeit. Durch ein spezielles Lösen von Goldverbindungen in ätherischen Ölen und organischen Lösungsmitteln war es erstmals möglich, die Goldbeschichtung auf Porzellan, Steingut oder Glas einzubrennen und damit dauerhaft haltbar zu machen.

Bevor das Glanzgold der Degussa allerdings 1880 zur Produktionsreife gelangen konnte, mussten Heinrich Roessler, erster technischer Direktor, und sein Forscherkollege Nikolaus Klein zeit- und kraftraubende Arbeit leisten.

„Es hat schließlich beinahe drei Jahre gekostet, mit vielen hunderten von Versuchen und Analysen, bis nun auch wirklich am Ende des Jahres (18)80 gutes und zuverlässiges Glanzgold genug hergestellt werden konnte“, erinnerte sich Roessler 1903 in einem Rückblick.

Mit der Erfindung feuerfesten Glanzgoldes, das später als „Frankfurter Glanzgold“ in aller Welt bekannt wurde, begann der Aufstieg der Deutschen Gold- und Silber-Scheideanstalt zu einem internationalen Unternehmen.

In England, Russland und Frankreich wurden schon in den 1880er Jahren Vertriebsstrukturen aufgebaut und in den USA, im New Yorker Stadtteil Brooklyn, entstand 1882 eine Zweigfabrik. Hauptproduktionsort für das Glanzgold blieb aber rund 100 Jahre lang das Werk im Herzen Frankfurts. Erst 1978, als die letzten Produktionsanlagen aus der Frankfurter Innenstadt verlegt wurden, wechselte auch die Glanzgold-Herstellung an den neuen Standort im Hanauer Stadtteil Wolfgang. Aus der Glanzgoldproduktion ging später der Bereich der keramischen Farben hervor, der 1993 in die neugegründete Cerdec AG eingebracht wurde. Von diesem Unternehmen trennte sich die damalige Degussa AG acht Jahre später im Zuge ihrer Fokussierung auf die Spezialchemie.

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